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Engagiert euch!

von Lukas Jessel, Kreisvorsitzender, am 04.06.2018

Eigentlich hätte ein Mensch für eine volksverhetzende Äußerung, wie das Bezeichnen des Nationalsozialismus als „Vogelschiss“, in der deutschen Geschichte keinen Funken Aufmerksamkeit verdient. Allerdings macht die Tatsache, dass dies die Aussage eines Parteivorsitzenden und Bundestagsabgeordneten ist, eines erneut deutlich: Alexander Gauland und seine Partei sind keine Alternative, sondern eine Schande für Deutschland!

Während dieses „Vogelschisses“ verlor unser Land mit Pommern, Schlesien, Ostpreußen und Ostbrandenburg 24% seines Staatsgebietes und Millionen von Menschen ihr Leben. Alleine 6 Millionen Juden wurden durch diesen „Vogelschiss“ grausam ermordet. Dazu kommen die Millionen Bürger unserer europäischen Nachbarn. Allein die UdSSR verlor durch diesen „Vogelschiss“ 26,9 Millionen Menschenleben. Diesem „Vogelschiss“ verdanken wir die Teilung unseres Heimatlandes und damit einhergehend großes Leid auf beiden Seiten der Mauer.

Dass diese Aussage auf dem Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative mit Applaus bedacht wurde und diese sich noch am selben Abend für das Singen der ersten Strophe des Deutschlandliedes an Schulen ausgesprochen hat, ist dabei nur eine Randnotiz. Ebenso wie die Tatsache, dass das Logo dieser Nachwuchsorganisation eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem der Sturmabteilung (SA) der NSDAP aufweist.

Derartige Aussagen von Rechtspopulisten, und die immer kürzer werdenden Abstände dazwischen, zeugen von einem System, welches die AfD verfolgt, nämlich die Entkernung der deutschen Demokratie. Unsere Demokratie, für die wir hier in unserer Region noch vor nicht allzu langer Zeit zu Tausenden auf die Straße gegangen sind. Die AfD versucht durch derartige Verharmlosung der NS-Zeit die deutsche Geschichte zu Ihrem Zwecke umzuschreiben.

In diesen Tagen ist unsere wehrhafte Demokratie stärker denn je gefordert. Während das Freundschafts-Länderspiel Deutschland gegen Österreich am vergangenen Samstag mit 37,9 % Marktanteil prozentual mehr Menschen anzog, als die Landratswahl mit einer Wahlbeteiligung von 34,1 %, nutzt die AfD die Zeit, um weiter ungehindert rechtsextremes Gedankengut in der Mitte unserer Gesellschaft zu platzieren. Ihre Ansichten und Aussagen setzen sich in den Köpfen unserer Nächsten und Nachbarn fest. In unseren Facebook-Timelines taucht zwischen süßen Katzenbildern und Urlaubsfotos plötzlich die Gewissensfrage auf, wie wir mit rechtem Gedankengut in den Kommentarspalten umgehen sollen, wenn es bei den eigenen Freunden oder in der Verwandtschaft sichtbar wird: Ignorieren oder diskutieren? Und wenn es schon in den sozialen Netzwerken so schwierig erscheint, wie soll man dann erst im Alltag damit umgehen? Ob wir wollen oder nicht, wir müssen Haltung beziehen. Nur wie?

Die Antwort darauf ist einfach: Politische Teilhabe! Jeder, der rechtspopulistischen sowie rechts- und linksextremen Strömungen etwas entgegensetzen möchte, hat die Chance sich demokratischen Parteien oder Jugendorganisationen anzuschließen. Auch wenn Freunde oder Familie dies womöglich als uncool empfinden mögen oder man selbst befürchtet als naiv abgestempelt zu werden. Das Vorurteil, das alles bringe eh nichts, ist leider immer noch allgegenwärtig. Und außerdem erscheint die Möglichkeit, Beiträge über das Elend und die Missstände in unserer Gesellschaft in sozialen Netzwerken zu teilen, für viele der bequemere Weg zu sein, als an den Ort zu gehen, an dem man all das verändern und etwas bewegen kann: Die Politik!

Diese Vorurteile scheinen auf den ersten Blick unüberwindbar. Die freie Zeit nach der Arbeit wollen nur wenige dem Ehrenamt opfern. Die Angst vor Kritik und die Angst davor, in der ersten Reihe zu stehen führt dazu, dass plötzlich andere Menschen diesen Platz einnehmen. Solche die im Bundestag, in den Land- und Kreistagen sowie in den Kommunalparlamenten versuchen, den Nationalsozialismus wieder hoffähig zu machen.

In einem Jahr finden bei uns in Mecklenburg-Vorpommern Kommunalwahlen statt. Auch hier werden die Rechtspopulisten nichts unversucht lassen, sich in den Stadtvertretungen breit zu machen. Nutze also deine Chance: Schließe dich einer demokratischen Partei an und nutze du deine Chance dich einzumischen und mitzugestalten. Gleichzeitig setzt du so ein Zeichen, dass unsere Demokratie, welche unsere freiheitliche demokratische Grundordnung schützt, in der Gemeinschaft stark und wehrhaft gegenüber nationalsozialistischem Gedankengut ist.